Madrid befiehlt, die Justiz marschiert. Dieser Direktive folgte Spaniens Starrichter Baltasar Garzón am 15. Juli 1998, als er Egin, die drittstärkste Tageszeitung des Baskenlandes, schloß und den Chefredakteur Jabier Salutregi festnahm. Er vernichtete ein volksnahes Medium, das 1977 mehrere tausend Basken mit ihrem Geld gegründet hatten. Es verstand sich als »die Stimme derer ohne Stimme«.Spanien ist ja nicht gerade China oder der Iran. Politisch missliebige Journalisten werden nicht öffentlich verurteilt und hingerichtet, aber halt trotzdem irgendwie erschossen. Statt staatsfeindliche Aktivitäten, wird es Unterstützung terroristischer Organisationen genannt.
1985 ermordeten Killer im Staatsauftrag den Frankreich-Korrespondenten Xabier Galeano, 1989 den ehemaligen Chefredakteur und Abgeordneten Josu Muguruza. Aber es bedurfte eines willigen Richters, um Egin und seinen Sender »Egin Irratia« zum Schweigen zu bringen. Garzón verdächtigte den Verlag Orain der Geldwäsche für die ETA und schloß das Unternehmen. Mit diesem Winkelzug vermied er einen Verbotsprozeß von Egin vor dem Obersten Gericht, erreichte aber ihre faktische Schließung.Aus den USA sind die Rücktritte von zwei Zeitungsmachern gemeldet worden. Die LA Times und die Chicago Tribune gehören nur zufällig der selben Firma - Tribune Company. Weil die Werbe-Einnahmen drastisch zurückgingen, müssen massiv Stellen abgebaut werden.
Chicago Tribune editor Ann Marie Lipinski and Los Angeles Times publisher David Hiller resigned Monday as parent company Tribune Co. cuts staff and shrinks its papers nationwide to save money.Während Hiller den Job keine zwei Jahre gemacht hat, hielt Lipinski immerhin 7 Jahre durch.
Hiller took over as Times publisher after Johnson publicly criticized measures to cost-cutting measures including reducing the paper's foreign coverage. Hiller then forced out editor Dean Baquet, who also opposed the cutbacks. In January, Times editor James O'Shea stepped down, also in protest of cuts that Tribune had ordered. He was the third editor to leave the paper since 2005.Das ist ja schon fast wie im 4 x 100 Meter Staffellauf. Aber Lipinski formuliert wunderbar deutlich, wieso sie keine Lust mehr hatte:
A spokesman said Lipinski's departure is not related to the cutbacks. ''There is much to do, and your new owners should have their own editor, compatible with their style and goals,'' Lipinski wrote to the staff.Um den Post aber versöhnlich zu beenden, möchte ich auf diesen Artikel bei Radio Utopie hinweisen, der wiederum auf das alternative News-Portal Net News Global verweist.
Wer eine Internetzeitung, ein Portal, einen Blog oder eine Medienstation betreibt auf der es nicht den üblichen verdächtigen Lala und Fahrstuhlkram zu lesen, zu sehen oder zu hören gibt, der ist darauf angewiesen sein Informationsmedium irgendwie bekannt zu machen. Normalerweise robben sich dann die wahlweise wohlmeinenden, investigativen, verträumten oder einfach zugriffszahlgeilen Macher durch die üblichen verdächtigen Internetpopper-Charts und Bookmark-Basare, die von denselben übelriechenden Barbaren und Halunken betrieben werden vor denen man schon aus der analogen alten Welt geflüchtet ist.Danke.
Quellen:
http://www.jungewelt.de/2008/07-15/110.php
http://www.nytimes.com/aponline/business/AP-Tribune-Editor.htm
http://www.radio-utopie.de/2008/07/14/net-news-global-die-unabhaengige-nachrichtenagentur/
http://net-news-global.de/

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